Call for Contributions für einen Sammelband
Die deutsch-jüdische Geschichte des langen 19. Jahrhunderts ist mittlerweile intensiv erforscht und stellt ein außerordentlich fruchtbares Feld für interdisziplinäre Analysen dar, die historische, literarische, kulturelle, politische, philosophische und religionsgeschichtliche Perspektiven miteinander verbinden. Neuere Forschungsansätze überwinden dabei die
ehemals vorherrschenden regionalen Begrenzungen und lesen deutsch-jüdische Geschichtezunehmend transnational, weit über tradierte geographische Räume hinaus.
Mit dem vorliegenden Sammelband möchten wir die interdisziplinäre Dynamik dieses
Forschungsfeldes weiter entfalten und den Fokus gezielt auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts legen. Diese Periode bildete ein besonders produktives Umfeld für vielfältige
Strömungen und Formen deutsch-jüdischer Selbstverortung. Sie war geprägt von tiefgreifenden politischen, sozialen und ökonomischen Umbrüchen sowie von Migrationsbewegungen unter anderem in die Schweiz, die USA und weitere Regionen. Zugleich entwickelten sich diese Prozesse im Austausch mit postrevolutionären Ideenkonstellationen wie Nationalismus, Liberalismus oder frühem Zionismus.
Das Buchprojekt knüpft an Diskussionen an, die im Anschluss an eine zurückliegende Tagung der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft des Leo-Baeck-Instituts weitergeführt wurden.
Wir laden Beiträge ein, die diese Vielschichtigkeit aufgreifen und die deutsch-jüdische Geschichte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus unterschiedlichen wissenschaftlichen
Perspektiven beleuchten. Von besonderem Interesse sind Arbeiten, die neue Quellen erschließen, innovative methodische Zugänge verfolgen oder neue Perspektiven auf die historischen, kulturellen und literarischen Dimensionen dieses dynamischen Zeitraums eröffnen. Angesprochen sind insbesondere Studien mit transnationalem, interdisziplinärem
oder vergleichendem Ansatz.
Der Band soll anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der WAG erscheinen. Die einzelnen
Beiträge sollten einen Umfang von etwa 60.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen) haben.
Wir bitten um Einreichung von Vorschlägen mit maximal 3.000 Zeichen bis zum 1. August
2026
an manja.herrmann@mail.huji.ac.il und berek@tu-berlin.de.


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